Aktuelles

Vier Monate in Sevilla

Hola, mein Name ist Georgios und ich habe mein zweites Praktikum während meiner BTA-Ausbildung in einer Forschungsgruppe an der Universität von Sevilla gemacht. Dabei habe ich von der Unterkunft bis zum Praktikumsplatz alles selbst organisiert und geplant. Im August hieß es für mich Koffer packen, Abschied nehmen und in den Flieger nach Sevilla steigen mit dem Gedanken, dass ich erst am letzten Tag des Jahres 2025 zurückkommen werde.

Die ersten Tage erkundete ich die Stadt. Schon am ersten Tag wurde mir bewusst: Das ist einer der schönsten Städte in der ich jemals war. Eine Stadt voller Kunst und Kultur. Überall sind kunstvolle Keramikmalereien, blühende Gärten und bunt bemalte Häuser zu bestaunen. Die Menschen sitzen in Bars und essen bereits zum Frühstück Churros. Am Abend beginnen die Menschen auf der Straße zu tanzen und sich mit Freunden und Familie zu treffen. Dann beginnt das richtige Leben in der andalusischen Hauptstadt. 
Dann kam der Tag meines Praktikumsstarts. Ich betrat das Labor und wurde herzlich in die kleine Arbeitsgruppe, die aus einem Professor und einer Doktorandin bestand, aufgenommen. Auch die anderen Wissenschaftler, PhDler und Mitarbeiter der “Facultad de Biología Departamento Genética” nahmen mich herzlich auf. Überraschend schnell wurden mir ganze Forschungsprojekte anvertraut und ich führte diese selbstständig durch. Mein Hauptprojekt beschäftigte sich mit der Infektion von Zebrafischen mit Salmonellen, welche auch den Menschen infizieren können. Im Zuge dieses Projekts habe ich sehr viel mit DNA gearbeitet und u.a. Bakterien transformiert und Klonierung durchgeführt, um am Ende Zebrafische zu infizieren und zu beobachten, wie verschieden modifizierte Bakterien die Fische befallen. Dieses Projekt beschäftigte mich die gesamten vier Monate lang. Besonders spannend an diesem Projekt war es, den Infektionsweg der Fische zu analysieren. Untersucht habe ich dazu verschiedene Methoden mit Tetrahymena, kleine Wimperntierchen, die die Fische fressen sollten. Um die Methoden zu vergleichen, brachte ich die Fische mit einem GFP-Protein in Bakterien zum Leuchten.

Außerdem begann ich damit die DNA-Fragmente aus Zellkulturen zu isolieren und Intron-Exon Komplexe aus dem gesamten Genom heraus zu fragmentieren via PCR. Das funktionierte jedoch nur mittelmäßig, da nach sehr vielen Versuchen die Fragmente ungünstige Mutationen aufwiesen, die nicht erklärbar waren. Insgesamt hat mir das Praktikum sehr viel Freude gemacht und ich habe im Umgang mit Bakterien sowie in der Forschung in Mikrobiologie und Genetik viel gelernt. 
Neben der Arbeit besuchte ich einige Städte im Süden Spaniens wie Cadiz, Huelva oder Malaga aber auch die Hauptstadt Madrid. In Sevilla schlenderte ich durch die engen Gassen der Altstadt, wobei einem nie langweilig wurde, da es immer etwas zu erkunden gab. Seien es Feiern auf der Straße, Papageien, die die Früchte von den Bäumen fressen, Pferde die traditionelle Kutschen ziehen oder die Menschen, die diese Stadt zu etwas ganz Besonderem machen. Insgesamt ist Sevilla eine lebendige, sehenswerte und grüne Stadt, in welcher ich eine tolle Zeit verbracht habe. Adiós Sevilla.