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Job Shadowing Erfahrungen in der Gartenbauschule Laimburg, Südtirol

Gartenbauschule Laimburg

Job Shadowing ist eine praxisnahe Methode zur beruflichen Weiterbildung, um über den Tellerrand hinauszuschauen und Wissen auszutauschen. 

Die langjährige Lehrerin Karin Wald-Westphal, die an der BS 06 GärtnerInnen-Azubis unterrichtet, berichtet, wie sie in der Gartenbauschule Laimburg in Südtirol vom 06. - 10.05.2024 vom Job Shadowing profitiert hat.

Schon seit längerem hat es mich interessiert, wie an anderen Gartenbauschulen unterrichtet wird und ich hatte großes Interesse anderen KollegInnen einmal „über die Schulter zu schauen“. Da kam mir das Angebot eines Job Shadowings gerade recht. Die Kollegin aus Südtirol lernte ich über hortiteach kennen: Association of European Horticultural Teachers. Einem Job Shadowing war sie sehr aufgeschlossen gegenüber, ebenso ihr Schulleiter und folglich waren die Rahmenbedingungen schnell geklärt.

Ich war von Montag bis Freitag vormittags und nachmittags im Unterricht dabei. Neben theoretischen und praktischen Einheiten haben wir auch Exkursionen in Staudengärtnereien in Brixen und in den botanischen Garten Schloss Trauttmannsdorff in Meran unternommen.

Den größten Teil meiner Zeit verbrachte ich in Klassen mit einer 4-jährigen Ausbildung, beginnend ab 14 Jahren. Davon sind die SchülerInnen zwei Jahre in Vollzeit an der Schule und lernen dort alle Fachbereiche anteilig kennen: Friedhof, Stauden, Zierpflanzen, Garten- und Landschaftsbau, Floristik, Gemüse. Die folgenden zwei Jahre durchlaufen sie eine duale Ausbildung, in der sie sich auf einen Fachbereich spezialisieren.

Die Schule ist eine Internatsschule, da die SchülerInnen aus ganz Südtirol kommen. Hauptsprache ist deutsch, aber die SchülerInnen haben sowohl Englisch- als auch Italienisch-Unterricht. Vormittags findet Theorieunterricht und nachmittags Praxisunterricht statt. Meine Unterrichtsbesuche waren in verschiedenen Fächern: Botanik, Pflanzenschutz, Gartenbau, Pflanzenkenntnis etc. Der Praxisunterricht findet auf dem Schulgelände oder in Praxisräumen statt. Themen waren z.B. Stauden pflanzen, Blumat-Bewässerungssystem kennenlernen, Pflanzenkenntnis, Schädlinge erkennen, Raumschmuck erstellen,… .

Neben der Ausbildung wird an „der Laimburg“ auch Erwachsenenbildung durchgeführt. Auch dort habe ich einen Einblick bekommen. In diesem Zuge habe ich sowohl eine Führung über das Gelände und die Gewächshäuser der Schule erhalten als auch in den Felsenkeller der angrenzenden Fachschule für Weinbau.

Untergebracht war ich wie die SchülerInnen im Internat und wurde auch in der Internatsküche mit verpflegt. Sowohl Unterkunft als auch Küche waren ausgesprochen gut.

Insgesamt hatte ich eine sehr interessante Woche. Die KollegInnen vor Ort waren ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und immer bereit, mich mit in ihren Unterricht zu nehmen. Ich konnte feststellen, dass inhaltlich viele Parallelen zu unserem Lehrstoff vorhanden sind, soweit man das von einem einwöchigen Besuch sagen kann. Ich habe auch sehr viele neue Anregungen für meinen eigenen Unterricht mitnehmen und Ideen für neue Praxiseinheiten sammeln können.

Die Exkursion in die Gärten von Schloss Trauttmannsdorff war ebenso interessant und ein schöner Abschluss meiner Woche in Südtirol.

Mein Dank gilt den KollegInnen vor Ort!! als auch Stefka Genova-Guhl (Beauftragte für transnationale Mobilität an der BS 06) und Frau Lecamus (Arbeit und Leben, Hamburg).

Karin Wald-Westphal