Der BS 06 Schüler Robin Armanious aus der Chemielaboranten Klasse Ch 23/1 berichtet über sein Auslandspraktikum in Spanien.
Im Mai 2024 hatte ich das Glück einer von acht Auszubildenden zu sein, die von Arbeit und Leben Hamburg zu einem Auslandspraktikum in Sevilla angenommen wurden. Bevor unser Flieger am 05.05.2024 von Hamburg aus ging hatten wir eine Woche vorher ein Vorbereitungsseminar, bei dem wir die Möglichkeit hatten, uns als Gruppe das erste Mal richtig kennenzulernen. Die Hinreise war durch Verspätungen und Probleme an Flughäfen und Bahnhöfen nur bedingt angenehm aber schlussendlich sind wir gut in Sevilla angekommen.
Am Montag den 06.05. (unserem ersten vollen Tag) ging es dann erstmal bei perfektem Wetter in die schöne Innenstadt von Sevilla zu unserer Partnerorganisation, um alle möglichen organisatorischen Angelegenheiten zu regeln. Im Anschluss hat jeder von uns seine Firma vor Ort kennengelernt, bevor es dann am Dienstag losging mit dem Arbeitsalltag. Gewohnt haben wir alle zusammen in einer gemeinsamen Wohnung mit Doppel- und Einzelzimmer, sowie einer gemeinsamen Küche und einem kleinen Balkon. Die Ausstattung war teilweise etwas gering gehalten aber aber auch das haben wir ohne Probleme gelöst bekommen.

Nun zu meiner Arbeit. Da ich hier in Deutschland meine Ausbildung zum Chemielaboranten mache, wurde mir während meines Auslandpraktikums in Sevilla ein Mikrobiologielabor für Wasserproben, Lebensmittel und Futtermittel rausgesucht. Zufällig war die Firma eine Tochterfirma von meiner Ausbildungsfirma hier in Hamburg. „Eurofins Laboratorios Vitals“ liegt ein Stück außerhalb der Innenstadt, weshalb ich einen täglichen Hin- und Rückweg von jeweils einer Stunde hatte. Dies war leider eins der wenigen Mankos, jedoch konnte ich dadurch die öffentlichen Verkehrsmittel perfekt für mich entdecken. Im Labor selbst habe ich viele Wasser- und Lebensmittelproben vorbereitet für die Analyse auf viele unterschiedliche Mikrobiologieorganismen. Des Weiteren war ich für die Auszählung und Auswertung der Organismen sowie den Versand von Proben an Labore in der ganzen Welt (sogar nach Hamburg) zuständig. Es gab insgesamt drei einzelne unterschiedlich große Labore, die Rezeption, eine Spülküche und das Büro für den Kundenservice und Auswertung. Ich habe fünf Tage die Woche täglich sechs Stunden mit sieben anderen Laborantinnen gearbeitet. Mein großer Vorteil war, dass ich spanisch spreche und verstehe, da außer einer Kollegin leider niemand so wirklich Englisch konnte. Ich konnte dadurch sehr gut meine sprachlichen Kenntnisse aufwerten und hatte trotzdem sehr viel Spaß mit den Anderen während der Arbeit.
Aber natürlich habe ich dort nicht nur gearbeitet und geschlafen sondern auch meine Freizeit abwechslungsreich und interessant mit den andern Azubis aus Hamburg verbracht. Selbstverständlich haben wir alle möglichen touristischen Ziele wie die Kathedrale mitten in der Innenstadt, Alcazár oder die „Las Setas“ besucht. Alles natürlich bei wunderbar spanischem Wetter, wobei wir ab und zu auch an unsere Grenzen kamen bei Temperaturen bis zu 38 °C im Schatten. Ebenfalls haben wir fast täglich neue Ecken der Innenstadt kennengelernt, indem wir shoppen, Bar-Hoppen oder auf Flohmärkten waren. Sowohl Sevillas Umland als auch die Stadt mit (fast) allen ihren Seiten war sehr schön anzusehen, zu leben und Zeit zu verbringen. An den Wochenenden gab es von der Partnerorganisation teilweise ganz nette Veranstaltungen, bei denen alle möglichen Gruppen zusammenkamen und gemeinsam Dinge erleben konnten. Auch dort haben wir das ein oder andere mal dran teilgenommen. Am vorletzten Wochenende haben wir uns zu acht zwei Autos gemietet und sind damit nach Cadíz gefahren. Um auch etwas vom Strand zu haben in unserem einen Monat in Spanien, sind wir direkt mit Übernachtung das ganze Wochenende dort geblieben und hatten eine sehr schöne Zeit und konnten so nochmal eine andere Stadt erkunden. Cadíz war im Gegensatz zu Sevilla jedoch leider sehr überfüllt mit Touristen. Die Erfahrung mit dem Auto in Spaniens Innenstädten zu fahren war gewöhnungsbedürftig, jedoch im Endeffekt ziemlich cool, wenn man mit etwas mehr Stress gut umgehen kann. Faustregel dort: Du musst da so fahren wie du es hier nicht darfst.
Zusammenfassend kann man sagen, dass ich einen wirklich perfekten Monat durch dieses Auslandspraktikum hatte. Sowohl die Arbeit als auch die Freizeit mit den anderen haben mir sehr imponiert. Die Leute in meiner Gruppe waren alle sehr sympathisch und lustig und zudem konnte ich neue Bekanntschaften und coole Freundschaften schließen. Auch wenn es bei der Organisation vorher und auch währenddessen ab und zu ein paar kleine Verzögerungen gab würde ich wirklich jedem Empfehlen, so eine Möglichkeit zu nutzen, wenn man die Chance dazu hat. Man gewinnt an Erfahrung und Erinnerung, die man so hier während seiner Ausbildung in Deutschland niemals bekommen würde.
Robin Armanious
(Schüler der Chemielaboranten Klasse Ch 23/1 der Beruflichen Schule 06)
























