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Europäischer Bildungsaustausch zu der Frage „Welche Kompetenzen fordern mich als Lehrerin im 21. Jahrhundert?“

Vom 30.9.-5.10.2024 konnte ich dank der Förderung durch das Programm Erasmus+, vermittelt durch die entsendende Einrichtung Arbeit und Leben Hamburg e.V. und unterstützt im Rahmen einer Lernmobilität durch die Beauftragte für transnationale Mobilitäten, Stefka Genova-Guhl an einem Seminar der Europass Teacher Academy in Valencia teilnehmen.

Der Titel des Seminars „The 21 st century skills for teachers and students“ traf meine mich durch den Schulalltag begleitende Grundsatzfragestellung im Kern. Was brauche ich trotz meiner fast 30-jährigen Berufserfahrung und was brauchen die Auszubildenden und Schülerinnen und Schüler, um motiviert und erfolgreich durch die Berufsschulzeit zu kommen?

Alle am Seminar teilnehmende Kolleginnen und Kollegen aus Slowenien, Niederlande, Ungarn, Finnland, Estland und Deutschland fühlen sich gleichermaßen von der Zukunft im Beruf herausgefordert. So entstanden während des täglichen 5-stündigen Seminars während der aktiven Phase, sowie in den Pausen und auch beim abendlichen Treffen zum Essen rege Gespräche über positive und negative Erfahrungen im Unterrichtsalltag. Unabhängig von der Altersstufe der Lernenden waren wir europäische Kolleginnen und Kollegen uns einig darin, dass die jüngste digitale ‚Gen Alpha‘ vor neuen Herausforderungen stehen wird. Die jungen Schülerinnen und Schüler werden außer der Nutzung von digitalen Unterstützungssystemen auch neue Fähigkeiten erwerben müssen, um dem späteren beruflichen Alltag gewachsen zu sein. 

Der Frage, wie wir sie dabei motivieren können, war zentral und knüpfte an die Reflexion an, welche unsere eigenen motivation sources seien.

Die Seminarleiterin, Eva Herrero, war als Kommunikationswissenschaftlerin hervorragend methodisch aufgestellt, so dass wir von der Kennenlernmethode bis hin zur Aufgabenstellung „Project-based-learning“ ständig in neuen Gruppen zusammenarbeiten und uns inhaltlich sowie methodisch auseinandersetzen mussten. Viele Anregungen konnte ich sofort auf mein unterrichtliches Setting übertragen und plane es zu übernehmen.

Die vergleichende Sichtweise der pädagogischen Ansätze vom 20. Jahrhundert auf die des 21. Jahrhunderts erleichterte die Einsicht, dass wir als Lehrer/innen nur einige Aspekte hinzunehmen oder anpassen müssen. So z.B. das Teacher-centered-classroom-model im Vergleich zum Student-centered-Classroom-model, die Besonderheiten der Generationen x bis z und die Herausforderungen der neuesten Gen Alpha.

Das Seminar gestaltete sich sehr praxisnah, da wir uns an vier von fünf Seminartagen mit neuen digitalen Tools auseinandersetzen mussten, um einen Mehrwert an Unterrichtsgestaltung mit nach Hause nehmen zu können. Daher habe ich jetzt über edpuzzle.com, diffit.me, goosechase.com, twee.com und eduaide.com einige Möglichkeiten mehr kennengelernt, Unterricht abwechslungsreicher und zeitgemäßer zu gestalten.

Die Kombination aus europäischem Lehrer/innen-Austausch an einem neuen Ort gepaart mit Seminararbeit statt Unterrichtsalltag plus nachmittägliche Fortbildungseinheiten, war für mich sehr motivierend. Ich möchte diese Form der Fortbildung jeder Kollegin, jedem Kollegen ans Herz legen. Ich konnte erstens feststellen, dass meine bisherige Arbeit eine gute Basis darstellt, um auch den neuen Generations-Herausforderungen gewachsen zu sein. Zweitens wurde mir klar, dass die learning skills kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation und Kollaboration grundlegend für den Unterrichtsalltag auf dem progressiven Weg der Inklusion und Integration in der Bildungslandschaft Hamburgs sind. Und drittens habe ich meine Grundkenntnisse in Englisch im Bereich der Kommunikation auffrischen und im Bereich der pädagogischen Fachwörter erweitern können.

Sylvia Römhild, Lehrerin an der BS 06