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Ersasmus+ Luis Elijah Weigelt

Hola, ich bin Luis und befand mich im dritten Lehrjahr in der Ausbildung zum Friedhofsgärtner als ich mich dazu entschied, ein 4-wöchiges Auslandspraktikum zu absolvieren. 

Für mich ging die Reise nach Jerez de la Frontera, eine Stadt mit ca. 210.000 Einwohner/innen, im Süden Spaniens. Dort lebte ich mit acht weiteren Hamburger/innen gemeinsam in einem Ferienhaus. Kennenlernen konnte ich die anderen Auszubildenden bereits in Deutschland, da wir zuvor ein Vorbereitungsseminar hatten, bei dem wir uns, sowie die spanische Kultur kennenlernten und außerdem organisatorische Fragen klärten. Dies wurde von der Agentur “Arbeit und Leben” geplant und durchgeführt. Sie waren außerdem unsere Ansprechpartner, welche auch in Kontakt mit der Partneragentur “IMOT” in Jerez standen. 
Nachdem alle Dokumente fristgerecht abgegeben worden waren (Bestätigung der Berufsschule sowie des Ausbildungsbetriebes, die Bewerbung in Form eines Motivationsschreibens und ein Lebenslauf) bekamen wir daraufhin die Zusage sowie das Stipendium von Erasmus, welches ca. 800€ (Reisekosten und Verpflegung) und die Kosten für die Unterkunft betrug.

Nachdem wir bereits am Samstag angekommen und uns eingerichtet hatten, lernten wir am Montag unsere Ansprechpartnerin von IMOT vor Ort kennen, welche uns die Stadt zeigte und einige Fragen beantwortete. Am nächsten Tag wurden wir dann in unseren Praktikumsbetrieben vorgestellt. Ich arbeitete während des Aufenthaltes bei “Viveros los Càntaros”, eine Baumschule mit Gartencenter, welche alle möglichen Materialien für den Garten verkauft: Von Saatgut über Geräte, Dekorationen und Tierbedarf.
Meine Haupttätigkeiten bestanden darin, die Verkaufsflächen sauber zu halten, die Pflanzen verkaufsfördernd zu präsentieren, Pflanzen umzutopfen und umzuräumen sowie Kund/innen zu betreuen - sofern dies aufgrund der Sprachbarriere möglich war.

Aber nicht nur die Beratung von Kunden stellte sich als sehr viel schwieriger heraus als gedacht, auch die Kommunikation im Team litt unter meinen fehlenden Spanischkenntnissen sowie den fehlenden Englischkenntnissen meiner Kolleg/innen (obwohl es zuvor hieß, das Spanischkenntnisse zwar erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich seien).
Ich arbeitete von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 13.30 Uhr mit einer halben Stunde Pause, was für mich recht gewöhnungsbedürftig war, genauso wie mich der neuen Arbeitsweise und Standards anzupassen. 
Meiner Wahrnehmung nach hat die Arbeit in Spanien einen weniger hohen Stellenwert im Vergleich zu dem in Deutschland. 
Dort kam es nicht auf Schnelligkeit oder Überstunden an. Der Umgang mit Vorgesetzten war zwar immer noch formell, aber von sehr herzlicher und freundlicher Natur geprägt.
Dementsprechend waren Arbeitsmittel von geringerer Qualität und eher “improvisiert”. Sozialräume gab es bei Viveros los Càntaros auch nicht.

Obwohl ich meine fachlichen Kenntnisse nicht wirklich weiterentwickeln konnte, half mir das Praktikum meine persönlichen sowie sozialen Kompetenzen zu festigen und zu erweitern. Ich bin offener, selbstbewusster und verantwortungsbewusster geworden. Außerdem hatte ich die Möglichkeit viele tolle neue Menschen kennenzulernen, mit denen ich auch heute noch in Kontakt stehe (sei es mit Hamburger/innen oder mit meinen Kolleg/innen aus dem Praktikumsbetrieb).

Nach meinem 4-wöchigen Aufenthalt ging es zurück nach Deutschland. Dort hatten wir dann noch ein Nachbesprechungs-meeting, bei dem wir die Möglichkeit hatten, der Agentur “Arbeit und Leben” Feedback und Anregungen zu geben.

Ich kann das Praktikum jedem empfehlen, der über sich selbst hinaus wachsen und seinen Horizont erweitern möchte. Es war eine schöne Erfahrung und es lohnt sich auf jeden Fall die Chance einer Teilnahme zu nutzen.

¡Adiós!